Essstörungen verstehen – GASTVORTRAG in der Kulturfabrik Moabit
Johanna ElsenShare
Die Kulturfabrik Moabit hat mich eingeladen, am 16. November 2025 meinen ersten öffentlichen Vortrag über Normalgewicht zu halten – und allein dieser Satz fühlt sich immer noch surreal an. Natürlich war ich nervös, aber es war diese schöne, vibrierende Nervosität, die zeigt: Da passiert gerade etwas Wichtiges!
Trotzdem geisterte mir tagelang eine Frage durch den Kopf: Kommt überhaupt jemand? Die Vorstellung, am Ende nur vor einer einzigen Person zu sprechen, hat mich ehrlich gesagt am meisten beschäftigt. Also habe ich mir vorgenommen: Ganz egal, wie viele Menschen kommen, ich nehme es so, wie es ist. Wenn 100 kommen – wunderbar. Wenn 1 kommt – genauso wunderbar! Klein anfangen, wachsen lassen.
Gegen 16:30 Uhr trudelten dann die ersten Besucher*innen ein. Louis Peter Meier, Vertreter der TWA (der Vortrag wurde von dem T. Willibald Adorno Stiftungsverein präsentiert) und Martin Pohlmann eröffneten den Abend.
Um etwa 17:15 Uhr war ich dran. Und was soll ich sagen? Es lief einfach alles rund.
Die Technik, mein Vortrag, das Publikum – alles hat gepasst. Insgesamt waren etwa 15 Personen da, darunter 5 Freundinnen, deren Unterstützung mir unglaublich viel bedeutet. Zu spüren, dass man nicht allein auf der Bühne steht, sondern von Leuten getragen wird, die an einen glauben – das macht stark.
Nach dem Vortrag gab es eine kleine, sehr wertvolle Fragerunde. Und anschließend bin ich noch mit einigen Zuhörer*innen ins Gespräch gekommen. Ein Gespräch hat mich dabei besonders bewegt:
Eine Person erzählte mir, dass sie Normalgewicht gelesen hat und es ihr geholfen hat, eine Betroffene in der eigenen Familie besser zu verstehen. Dann sagte sie:
„Es wäre schön, auch die Seite des sozialen Umfeldes hören zu dürfen.“
Dieser Satz hat mich mitten ins Herz getroffen und gleichzeitig inspiriert. Denn ja – Essstörungen betreffen nicht nur die Betroffenen selbst. Sie greifen tief in Familien, Freundschaften und Beziehungen ein. Das Umfeld leidet mit, oft still und überfordert. Ihre Stimmen hörbar zu machen ist genauso wichtig. Und so entstand in diesem Moment eine neue Idee: Ein weiteres Buch? Ein Gesprächsformat? Vielleicht sogar beides? Ich weiß noch nicht genau, wohin es führt – aber ich weiß, dass dieser Impuls bleiben wird.
Nach dem offiziellen Teil haben wir den Abend entspannt ausklingen lassen: etwas trinken, ein bisschen Billiard, lockere Gespräche. Genau das Richtige, um nach einem so schweren Thema wieder in die Leichtigkeit zurückzufinden.
Alles in allem war es ein rundum gelungener Abend! Ich bin erschöpft – aber auf die schönste Art. Und ich bin mit einem großen Lächeln im Gesicht ins Bett gefallen.
Video ansehen für weitere Einblicke.
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Darum ging es:
Essstörungen verstehen – Buchvortrag mit offener Gesprächsrunde 📚🎤
Ich sprach über die Inhalte, die Entstehungsgeschichte und den Beweggrund des Buches. Außerdem über aktuelle Themen wie Konkurrenzdruck unter Betroffenen, die Rolle von Social Media und die Frage, wie Angehörige Betroffene besser unterstützen können.
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Ich bin dankbar für diese Erfahrung – für die offenen Fragen, die ehrlichen Gespräche sowie das Interesse der Zuhörer*innen. Und ich freue mich auf alles, was daraus noch entstehen darf.
Bei Interesse an einem Vortrag können Sie mich gerne über das Kontaktformular oder per E-Mail kontaktieren: info.johannaelsen@web.de